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Chronik

von Roland Nunn

 1960er Jahre

Die Gründung des Motorsportclubs Puma Kuppenheim datiert auf den 16.10.1960. An diesem Tage wurde von Walter Zäpfel, Richard Wetzel und Jürgen Ziegler eine Interessenversammlung im Café "Palette" Bischweier einberufen mit dem Gedanken, einen Motorsportclub in Kuppenheim zu gründen. Als 1. Vors. wurde Walter Zäpfel, 2. Vors. Egon Wolf und als Schatzmeister Richard Wetzel gewählt. Bereits in dieser Versammlung wurde beschlossen, sich der Sportart Motoball innerhalb des Vereins zu verschreiben. Die Gründungsversammlung fand dann am 29.01.1961 im Gasthaus zur "Linde" in Kuppenheim statt, wo Jürgen Ziegler (1.Vors.), Alfred Hofmann (2.Vors.) und Richard Wetzel (Schatzmeister) in den Vorstand gewählt wurden. Bereits drei Monate später wurden vom "Karlsruher Motorsportclub" die ersten vier Motoballmaschinen erworben. In den Wintermonaten 1961/62 führten die Verhandlungen mit der Stadt Kuppenheim über den Standort des Motoballplatzes zum Erfolg. Am heutigen Standort überließ die Gemeinde dem Club ein wildes Wald- und Wiesengelände zur Errichtung eines Motoballplatzes. Mit Hilfe französischer Pioniereinheiten aus Rastatt wurde das Gelände innerhalb kurzer Zeit eingeebnet und unter Mithilfe vieler Mitglieder und angehender Spieler bespielbar gemacht. Bereits 1962 beteiligte sich der Verein an der Meisterschaftsrunde; das erste offizielle Spiel auf dem neuen Platz fand am 20.05.1962 gegen den MSC Philippsburg statt, das auch glatt mit 6:0 verloren wurde. Die größten Probleme hatte der junge Verein immer wieder mit den fehlenden Finanzen. Die Maschinen wurden von den Spielern selbst finanziert, auch die Unterhaltung der umgebauten Strassenmaschinen, meist der Marke NSU, ging zu Lasten der Fahrer. Zur Verbesserung der finanziellen Lage begann man bereits 1963 mit einem mehrtägigem Motorsportfest, das bis heute - jeweils an den Pfingsttagen - zum festen Bestandteil des Vereines gehört. Beliebt waren auch seinerzeit die alljährlich in Verbindung mit dem Roten Kreuz durchgeführten Altennachmittage. Die Pumas chauffierten mit ihren Pkws betagte Kuppenheimer Bürgerinnen und Bürger durch die heimische Landschaft und luden sie zum Abschluss in ein Gasthaus ein.

In den Anfangsjahren musste der junge Verein natürlich Lehrgeld bezahlen. Alle Spieler waren Anfänger und Motoball spielen lernt man nicht in ein, zwei Jahren. Hinzu kamen die Reparaturanfälligkeiten der ausgedienten und für Motoball umfunktionierten Strassenmaschinen. Mit viel Fleiß und Ausdauer wuchsen aber dem Puma die Krallen, die die Gegner immer mehr zu spüren bekamen. 1967 schaffte man schon den Einzug ins Pokalfinale, aber 1968 war der erste Höhepunkt im Vereinsleben geschafft: Die erste Deutsche Motoball-Meisterschaft! Sensationell gewann die Mannschaft das Endspiel in Malsch gegen den hohen Favoriten Taifun Mörsch mit 4:2 Toren. Jubelnd wurde die Mannschaft - Richard Wetzel (Spielführer), Kurt May (3-facher Torschütze), Eberhard Hofmann (1); Franko Bisceglia; Martin Thurn; Eugen Ullrich (Torwart), den Mechanikern Eugen Mayer und Hans Vollmer sowie dem Trainer Anton Hänel - in Kuppenheim empfangen und in einem Triumphzug durch die Stadt -voran die Stadtkapelle- zum Vereinslokal am Bahnhof geleitet.

1970er Jahre

Tags darauf, am 08.07.68 war der Spatenstich für das Clubhaus, das nach 2 ½ jähriger Bauzeit -alles in Eigenarbeit- am 02.01.71 offiziell eingeweiht wurde. Als Ehrengäste konnte der Vorsitzende Erich Hildenbrand Bürgermeister Alfred Bachofer mit Gattin, Altbürgermeister Adolf Walz, Direktor Schäfer von der Bez.Sparkasse Kuppenheim sowie mehrere Stadträte begrüßen.

Der Strom- und Wasseranschluss war zwar noch behelfsmäßig, aber von nun an blühte das Vereinsleben in eigenen Räumen erst richtig auf. Die erste große Auslands-Tournee führte den Verein 1973 in die Sowjetunion. In riesigen, vollbesetzten Stadien in der Ukraine (Poltawa, Woznesensk, Schachtursk, Donezk, Nowa Kachowka) mit bis zu 30.000 Zuschauern wurde die Mannschaft überall herzlich begrüßt. Unvorstellbare Erlebnisse mit bleibender Erinnerung waren das Fazit dieser Reise.

 

Das nächste große Ziel war die Neugestaltung des Motoballplatzes, der ja bisher kaum mehr als eingeebnetes Ackergelände war. Unter der Leitung des 1. Vors. Bernhard Westermann, gleichzeitig Bauunternehmer, wurde 1975 in nur viermonatiger Bauzeit ein vollkommen neues Stadion geschaffen. Wieder unter Mithilfe der franz. Pioniere wurden Erdarbeiten vollzogen. Der Platz wurde aufgebaut mit Grobschotter und verdichtet mit Mineralbeton, eine Drainageleitung rund um den Platz gezogen und eine vollautomatische Beregnungsanlage eingebaut. Bessere und geregeltere Trainingsbedingungen, hinzu eine neue Spielergeneration, brachten auch wieder den sportlichen Erfolg. Unterlag man noch 1977 im Wiederholungsspiel um die Deutsche Meisterschaft knapp den Durmersheimern, so war aber die Kuppenheimer Mannschaft ein Jahr später gegen den gleichen Gegner, jetzt aber im heimischen Stadion, nicht aufzuhalten. Es ging zwar in die Verlängerung, aber am Schluß wurde der Comet mit 3:2 niedergekämpft und die zweite Deutsche Meisterschaft nach genau 10 Jahren errungen. Die sportlich erfolgreichste Zeit war von 1977 bis 1988 unter der Leitung der Trainer Willi Wetzel (77-83) und Werner Hofmann (84-94).

1980er Jahre

Wesentlichen Anteil an dieser Erfolgsserie hatte Rolf Burger, der von 1981-1992 in 250 Spielen fast 400 Tore für den MSC Puma erzielte und auch im gleichen Zeitraum Stammspieler der Nationalmannschaft war. Weitere Vize-Meisterschaften folgten 1983, 1985 und 1988 (Niederlagen jeweils gegen Taifun Mörsch), die Deutsche Meisterschaft wurde 1981 gegen Durmersheim und 1984 gegen Pattensen erkämpft.

Neben den sportlichen Aktivitäten war der Verein auch außerhalb des Spielbetriebes äußerst aktiv. 1982 wurde das Stadion mit Stehstufen ausgebaut und eingefriedigt; 1983 das Clubhaus erweitert und Außen-WCs angebaut. Die größte Investition erfolgte 1985 mit dem Bau einer Garage (14x10m) und darüber liegender Hausmeisterwohnung. 1989 wurde das Gelände außerhalb des Stadions erschlossen, so dass auch endlich die Clubanlagen, allerdings mit einem Hebewerk, an das Kanalnetz angeschlossen werden konnten.

1990er Jahre

Der Festplatz vor dem Clubhaus - alljährlich an Pfingsten Mittelpunkt des Geschehens - wurde 1994 neu gestaltet, d.h., Versorgungsleitungen wurden im Boden verlegt, Zeltverankerungen einbetoniert und die Oberfläche mit Betonsteinen befestigt. Als nächstes großes Ziel hatte man sich die Erneuerung des Spielfeldes vorgenommen. Obwohl seit 1975 fast jährlich immer wieder planiert und ausgebessert wurde, war die Oberfläche derart aufgebraucht, dass es fast nur noch Staub- oder Schlammschlachten gab. Die vielen Tourneen in die ehemalige Sowjetunion (1973, 1982, 1988, 1991) machten die Spieler und Verantwortlichen des Vereins mit den dort gängigen Asphaltplätzen bekannt. Eine Variante, die man im Westen kaum kannte und der man anfangs auch noch argwöhnisch entgegenstand. Eine andere bzw. bessere Alternative gab es nicht und so entschloss sich die Verwaltung unter Einbezug der Spieler im Jahre 1997 die Platzanlage erneut umzugestalten und mit einer 10 cm starken Asphaltdecke zu versehen. In diesem Zusammenhang wurde auch eine neue Oberflächenentwässerung installiert. Die Asphaltarbeiten mussten zwangsläufig vergeben werden, aber bei allen anderen Arbeiten war wieder Eigeninitiative angesagt. Für Planung und Organisation war der langjährige Aktive und beruflich mit ähnlichen Projekten beschäftigte Joachim Knosala verantwortlich, die Durchführung vor Ort leitete Richard Wetzel. Nach nur viermonatiger Bauzeit konnte das nunmehr modernste Motoballstadion am 25./26.10.97 mit einem Turnier eingeweiht werden. Inzwischen haben sich die meisten Clubs von den Vorteilen dieser neuen Oberfläche überzeugt, lediglich die enormen Baukosten sind für viele noch abschreckend. 

 2000er Jahre

2002 wurde mit dem Bau der neuen Werkstatt begonnen, da die bisherige Werkstatt den heutigen Erfordernissen nicht mehr entsprach. Das Obergeschoss dient für vielseitige Vereinszwecke. In diesem Zusammenhang wurde auch die Heizungsanlage von Grund auf erneuert und auf Erdgas umgestellt. 2005 wurden die Fahrerlager erneuert, eine Spielstandsanzeige installiert, das Clubhausdach neu eingedeckt und die alte Werkstatt für wirtschaftliche Zwecke umgestaltet. Die Clubhausterrasse wurde 2006 erneuert und überdacht.  Was machbar war, natürlich wieder in Eigenarbeit.

Nach den -sportlich gesehen- ruhigeren Jahren von 1989 bis 1997 kam 1998 auch der Erfolg wieder zurück. Eine neue Spielergeneration um die Brüder Frank, Thomas und Holger Schmitt sowie dem russischen Nationalspieler Vladimir Sosnitski brachten auf Anhieb die fünfte Deutsche Motoballmeisterschaft. Das neue Stadion erwies sich als fast uneinnehmbare Festung und die Zuschauer erlebten spannende und torreiche Spiele, nicht zuletzt dank des russischen Nationalspielers. Mit Frank, Holger und Thomas Schmitt stellt der Verein inzwischen auch wieder drei Nationalspieler. 1999 wurde der Meistertitel erfolgreich verteidigt und die sechste deutsche Meisterschaft nach Kuppenheim geholt. Im Jahre 2000 und 2004 scheiterte man Im Endspiel jeweils an Taifun Mörsch. 2005 dann endlich die 7. Deutsche Meisterschaft.  In einem spektakulären Spiel besiegte man den Taifun in Philippsburg mit 3:1. 2007 kam es im Finale um die Deutsche Meisterschaft in Malsch erneut gegen den erbitterten Rivalen Taifun Mörsch. Erst in der Verlängerung siegten die Pumas mit 4:2 und wiederum waren die Schmitt's die Spielgestalter und Torschützen. 2008 gelang die erfolgreiche Titelverteidigung in Durmersheim gegen Ubstadt-Weiher mit 8:3 Toren. Weiter folgt ....

Angst um die Zukunft muß es dem mitgliederstarken Verein aus sportlicher Sicht nicht sein. Die derzeitige erfolgreiche Mannschaft ist noch jung, der Jugendbereich momentan ausgelastet. Sorgen bereiten dem Verein nur die enormen Kosten des Spielbetriebes, die Unterhaltung des Maschinenparkes durch Mechaniker sowie die Betreuung (Trainer, Sportleiter, Ausbilder) aller Mannschaftsteile. Seit der Gründung des Vereins werden alle diese Ämter ehrenamtlich ausgeführt, die Spieler sind allesamt Amateure, eine Tatsache, auf die der Verein mit Stolz verweisen kann.

 2010er Jahre

Folgt.........

 

 

 

 

 

 

Vorstände von 1960 bis heute