Jahre 1990 bis 1997: Mauerfall und Motoball auf Asphalt- ein Meilenstein- Erschaffung des modernsten Motoballstadion in Westeuropa

Motoballstadion an der Eichetstrasse - der Zeit voraus

1990: Mauerfall und seine Auswirkungen auf die Clublandschaft im Motoballsport

Motoball wurde auch in der ehemaligen DDR gespielt und erfreute sich einer langen Tradition mit Vereinen wie den Betonwerken Dresden, Dynamo Apolda oder Straßenwesen Radebeul. Leider überstanden die meisten Vereine die Zeit  nach dem Mauerfall und dem damit verbundenen Ausbleiben der finanziellen Unterstützung durch die Staatsbetriebe (u.a. VEB’s, Kombinate) nicht.

Einzig die Vereine MSC Jarmen (bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern), MSC Halle (in Sachsen-Anhalt) und MSC Kobra Malchin (Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee) überlebten den Zeitenwandel und wurden ab 1993 in die Motoballbundesliga Nord aufgenommen.

1991 Clubhausmodernisierung

1991 wurde der Innenbereich des Clubhauses neu gestaltet. Ein neuer Thekenbereich mit gemütlicher Sitzecke wurde eingebaut, die Küche wurde mit modernen Geräten aus Edelstahl ausgestattet und die Toilettenanlagen wurden erneuert.

1991 Russlandreise

Im gleichen Jahr dann nochmals eine Reise nach Russland. Spiele im Kaukasus, in der Ukraine und im Großraum Moskau hinterließen wiederum bleibende Eindrücke und Erinnerungen.

1994 Zeltplatzneugestaltung

Seit 1964 fand das Motorsportfest über Pfingsten statt. Allerdings war es jedes Jahr äußerst mühselig, das große Festzelt auf dem unbefestigten Platz vor dem Clubhaus aufzubauen. Der Zeltmeister musste sich zuerst als Vermesser betätigen und die Position der Befestigungsplatten einmessen. Danach folgte die schweißtreibende Arbeit des Einschlagens der Zeltnägel. Es dauerte fast einen ganzen Tag, bis das Zelt aufgestellt war. Auch das Laufen auf dem Kiesboden war für Gäste, Helfer und Servicekräften wenig komfortabel und vor allem für Bedienungen auf Dauer sehr anstrengend. Daher beschloss man seitens des Clubs mehrheitlich, den Festplatz neu zu gestalten.

Foto: Fundamente der Verankerungsplatten

Unter der Federführung von Richard Wetzel, verantwortlich für Planung und Ausführung, wurden Fundamente für die Zeltverankerungen betoniert. Des Weiteren verlegte man Pressluft, Kalt-, Warm- und Abwasserleitungen unterflur an die Stellen der Versorgungsstände.

Im Anschluss versah man den Zeltplatzbereich mit einem Betonpflasterbelag.

Die im Untergrund einbetonierten Verankerungsplatten und damit verbundenen Verschraubungsmöglichkeit der Zeltstützen, sorgten für eine deutlich erhöhte Standsicherheit des Zelts, das zeitaufwändige Einmessen entfiel und der Zeltaufbau halbierte sich von einem ganzen Tag auf nunmehr einen halben Tag.

1997- Asphaltierung des Motoballplatzes – ein Meilenstein- modernstes Motoballstadion Westeuropas

Allen Anstrengungen im Unterhalt zum Trotz, in denen der Platz seit 1975 ständig repariert, aufgefüllt und planiert werden mußte, war die Oberfläche aus Mineralbeton in die Jahre gekommen und verbraucht. Spiele im trockenen Hochsommer glichen Staubschlachten und bei Regenwetter Schlammschlachten,

Aus diesem Grund stand man vor der Entscheidung, an diesem Zustand auf kurz oder lang etwas ändern zu müssen.

Diskutiert wurden 2 Varianten. Klar war, dass die Sanierung im großen Stil vollumfänglich erfolgen mußte.

Dabei stellte sich die Frage, ob man wieder auf den altbewährten, aber sehr pflegeaufwändigen Mineralbeton zurückgreift – oder angeregt durch die vielen Russlandreisen – und dort kennengelernt, auf Asphalt.

Viele Pumabeteiligte standen der Variante Asphaltbelag wegen der hohen Investitionskosten skeptisch gegenüber.

Die Spieler wurden in den Entscheidungsprozess miteinbezogen und schließlich fiel die Abstimmung für die im Motoball-Westen Europas bis dato noch nicht umgesetzte Variante –  Asphalt.

Die Planung und Organisation übernahm der langjährige Aktive, doch zwischenzeitlich leider verstorbene Joachim Knosala.

Die Bauleitung übernahm Richard Wetzel. In nur vier Monaten Bauzeit entstand ein neues Stadion. Mit Ausnahme der Asphaltierung, wurden alle sonstigen erforderlichen Arbeiten von etlichen fleissigen Mitgliedern in Eigenleistung erbracht.

Mit Vollendung dieser Großmaßnahme schaffte man ein im Westen der Motoballwelt in Europa Einmaliges:

Der erste asphaltierte Motoballplatz und damit das zu jener Zeit modernste Motoballstadion.

Foto: Im Zuge der Baumaßnahme wurde die Oberflächenentwässerung des Platzes an den öffentlichen Kanal angeschlossen
Das Motoballstadion an der Eichetstrasse - seiner Zeit voraus. Am 25./26.10.1997 fand die Einweihung im Rahmen eines Motoballturniers statt.

Chronik: Bilder/Text Original von Roland Nunn, überarbeitete Neufassung 2021 Frank Batz

 

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